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JoikonetDer Staat - das ist die große Fiktion, dass jedermann auf Kosten von jedermann leben kann. 4/1/2007 Der Gentleman bittet zur Kasse!Soll Werbung eine große Zielgruppe erreichen wird sie in Sendungen eingebettet von denen man annehmen kann dass diese eine hohe Einschaltqote erreichen. Seifenopern, Kriminalserien oder neuerdings das Zerfleddern von Leichen durch bildhübsche Knochenjägerinnen mit garantierten Ekeleffekten oder an sich belanglosen Quizsendungen deren Reiz darin besteht dass der Ratenden zum Beispiel auf die Frage ob der Dreißigjährige Krieg A: 22, B: 45; C: 5 oder D: 30 Jahre dauerte eine Million kassieren kann wenn er die richtige Antwort gibt. Weiterhin gibt es Sendungen in denen körperliche Geschicklichkeit und Ausdauer mitunter horrend belohnt werden. In den letzten Jahren hat sich nun herausgebildet dass nicht die Sendungen die Hauptsache der Zeit sondern die Werbeblöcke von jeweils 10 bis 15 Minuten den Hauptteil der Sendezeit ausmachen, die Sendungen an sich kann man nur noch als Einsprengsel bezeichnen. Das merkwürdige daran ist, das bei solchen Werbesendungen Leute eine Brühmtheit erlangen nicht etwa dass sie irgendwas Bedeutendes geleistet haben außer für den Spinat mit den Blubb oder mit Ausprüchen: darf ich Sie behilflich sein denn von mir werden Sie geholfen für irgendwas geworben zu haben. Diese Leute die man auch VIP nennt werden nun wiederum bis zur Unerträglichkeit in täglichen Sendungen von irgendwelchen Brigitten, Frauken oder Ninas vorgeführt und diese erlangen daduch selbst diesen VIP-Status. Dabei werden Honorare gezahlt für die ein Normalo einige Jahre arbeiten müsste. Es geht also dabei um Geld, um sehr viel Geld! Nun konnte man ja gestern Abend in der Münchener Olympiahalle den ganzen Filz aus Politikern, Sportlern, Schauspielern und Reportern sehen die sich ja in sattsam bekannetrweise gegenseitig durch ihre dämlichen Spiel- und Quasselsendungen die Gelder zuschieben. Zur Unterhaltung auf dieser Party war ein Event angesagt. Ein ältlicher Herr, der einamal vor Jahren während eines rührselgen Songs von einer nicht wohlwohlenden Jury nicht die für einen Sieg erforderliche Punktzahl erhielt daraufhin weinend aus dem Ring stieg, wollte bei so einer Werbesendung dabei sein und ein gutes Honorar kassieren, weil er von der Firma, für deren Mundspülwasser er geworben hatte, nicht mehr in Werbespots genommen wurde und folglich die Tantiemen ausblieben. Da er außer Boxen nichts weiter konnte wollte es es seinem Sportsfreund Axel gleichtun und noch mal richtig Kohle machen, obwohl natürlich die zugeesagten 1,5 Millionen ja nicht besonders üppig sind, aber ehe man gar nichts hat. Na ja und der mit dem Mundspülwasser wird ihn ja vielleicht doch wieder im Ferneshen gurgeln lassen. Er trat als gegen seinen Erzgegner von damals an, er hatte sich ja zehn Jahre Bedenkzeit genommen, weil er sich sagte, lass die Zeit für mich arbeiten der wird älter und verliert an Kraft und der Sieg ist mein.
Gestern begann nun die große Werbeschau. Weil man der Zugkraft des ältlichen Gentlemans nicht so recht traute und man auch dem jüngeren Publikum etwas bieten wollte sang Sarah Connor, diesmal nicht die Nationalhymne, die lies man diesmal vorsichtshalber von jemand anders singen damit Sarah Deutschlands Glanz nicht wieder brühen konnte. Sicherheitshalber hat man ihr angeraten ein langes Kleid anzuziehen, damit nicht wieder hinterher gestritten wird ob sie einen Schlüpfer drunter hatte oder nicht. Wir erinnern uns noch! Nach dem unendlich langweilligen Vorspiel solte es dann zur Sache gehen. Virgil und Henry oder solte ich besser sagen Henry und Virgil traten in den Ring und standen sich minutenlang gegenüber und führten Drohgebärden aus, man sah ihre angsverzerrten Gesichter und so fuchtelte der eine dem anderen mit beiden Fäusten vor dem Gesicht herum und der ander, es könnte der Henry gewesen sein, er trug ne schwarze Hose, hob schützend die Hände vor das Gesicht. So ging das bis zu achten Runde. Hier dachte sich unser Henry es muss doch was geschehen damit es nicht heißt ich habe für mein Geld nichts geboten und so rammte er mit voller Wucht seinen Kopf gegen den Kopf seines Gegners so dass diesem das Blut nur so am linken Auge den Kopf herablief und der Schiedsrichter ganz blutverschmiert dastand. Der Virgil gab sich nicht geschlagen und kämfte weiter. Für Henry war es num ein leichtes beim Virgil Treffer auf Treffer zu landen weil dieser durch seine blut- und tränenverschmierten Augen die Fäuste gar nicht mehr richtig fliegen sehen konnte. So ging ein schöner und fairer Boxkampf zu Ende. Frauke fragte am Ende die Frau vom Henry ob sie denn nun glücklich wär und zu unserer aller Überraschung sagte diese Ja.
9/10/2006 Eine unverhoffte BegegnungVor etwa vierzehn Jahren unternahm ich mit meinem damals vierzehnjährigen Sohn eine Reise in den Harz. Es war für ihn Ehrensache als begeisterter Eisenbahnfreund mit der Selketalbahn eine Fahrt von Harzgerode nach Gernrode unternehmen zu müssen. Also sind wir beide hin zum Bahnhof Harzgerode. Der Zug war gerade aus Richtung Mägdesprung/Alexisbad eingetroffen, gezogen von einer Diesellok der Baureihe 199.8, denn als Ersatz der dort eingesetzten Dampfloks wurden für die Schmalspurbahnen im Harz einige Loks der Baureihe 110 durch die Deutsche Reichsbahn zu sechsachsigen Meterspurfahrzeugen umgebaut und seitdem als Baureihe 199.8 bezeichnet. Mein Sohn begutachtete eingehend diese Lok, die ja, wie bereits gesagt, von Normal- auf Schmalspur umgebaut war und erläuterte mir sachkundig die Achsfolge von Antriebs- und Spurrädern (http://www.selketalbahn.de/triebfahrzeuge.htm?tfz/tfz1.htm). Ich hatte von all dem keine Ahnung und staunte nur was mein Sohn über diese Lokomotive zu erzählen wusste. Ein älterer Herr, gekleidet in einem grauen Parka, mit einen großen Ulmer (Tabakspfeife) im Mund und einem umgehängten Fotoapparat schien unseren Gespräch aufmerksam zu folgen, denn plötzlich mischte er sich ein und versuchte meinen Sohn zu belehren dass die von ihm beschriebene Achsfolge so nicht stimme. Die beiden fingen an zu streiten, wobei mein Sohn sagte: "Nein, Herr Ziegelgänsberger, da haben sie nicht recht, es ist so wie ich es sage!" Ganz erstaunt fragte der Mann, woher er wisse das er Ziegelgänsberger heiße. Mein Sohn meinte, auch zu meiner Verblüffung, der Einzige der über die Selkebahn so gut Bescheid wisse wäre eben der Herr Ziegelgänsberger, der ja auch ein Buch darüber geschrieben hätte und dort wäre aber die Achsfolge auch schon falsch dargestellt wurden, aber über seine sonstigen Detailkenntnisse käme eben nur ein Mann mit diesen Namen in Frage. Die Verwunderung nahm bei ihm kein Ende als ich ihn an seine Erlebnisse bei der Sowjetischen Staatseisenbahn erinnerte, bei der er als Kriegsgefangener als Streckenläufer eingesetzt war. Er meinte darüber nie in einem Buch geschrieben zu haben. Ich lüftete das Geheimnis als ich dann zu ihm sagte, dass ich als Student in Köthen war und er als Dozent oft über das Eisenbahnwesen im Allgemeinen und dass der sowjetischen Bahn im Besonderen gesprochen hatte.Literatur: Die Harzer Schmalspurbahnen - Die Selketalbahn, Die Harzquer- und Brockenbahn, Die Südharzeisenbahn Autor : Gerhard Ziegelgänsberger & Hans Röper Verlag : transpress Verlag 5/8/2006 Die Lösung aller sozialen Probleme - Schüleruniformen!Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat am Wochenende eine Einheitskleidung an deutschen Schulen vorgeschlagen, um soziale Probleme zu bekämpfen und die Integration zu fördern.
Das Thema der Einheitskleidung von Schülern wurde doch vor Jahren schon einmal diskutiert und man war doch zu dem Ergebnis gekommen dass selbst bei gutem Willen die angestrebten Lösungen in keiner Weise gelöst werden. Im Gegenteil man kam zu dem Schluss dass sich die Probleme sogar noch eher verschärfen könnten. Um so mehr muss es befremden, dass diese Wunderwaffe von der Frau Zypries wieder hervorgeholt wurde. Ich möchte nicht generell das Tragen einer Einheitskleidung verteufeln. Für ein Schulorchester oder eine Schulmannschaft ist so eine Kleidung durchaus angebracht, auch sollte es im Ermessen einer Schule in Absprache mit den Eltern und Schülern erlaubt sein ihre Zusammengehörigkeit durch einen Einheitsdress zu zeigen., aber der Staat sollte sich hüten derartiges vorzuschreiben. Der Zwang zur Pionier- und FDJ-Kleidung der DDR lässt ansonsten grüßen 3/25/2006 Die diebische ELSTER
Ich wusste es schon warum ich die vergangenen Jahre meine Steuererklärung von Tag zu Tag, Woche um Woche und Monat für Monat immer wieder verschoben hatte. Wollte ich mir doch den Jahresanfang und die schöne Frühjahrszeit nicht verderben lassen. Meist habe ich gewartet bis auf den letzte Tag! Ab diesem Jahr wird alles ganz anders. Jetzt habe ich so ein Steuerkauderwelscherklärungsprogramm mit Audio und Video und Pipapo. Ein freundlicher Herr versuchte mir da Dinge zu erklären von denen ich nicht einmal ahnte warum es dort geht und nachher wußte ich gleich gar nichts. Nur soviel habe ich mitbekommen das Steuersplitting vor allem Zugewinngemeinschaften (so nennt man da Ehepaare) betrifft und die Lohnersatzleistungen in der Regel steuerfrei sind aber dem Progressionsvorbehalt (was immer das auch sein mag) unterliegen. Dann habe ich den Erfassungsmodus mit multimedialer Begleitung eingeschaltet. Langamtmige Erklärungen die meiner Meinung keine Erklärung nötig haben und wenig … aber das erwähnte ich ja schon. Bei jeder Eintragung wurde ich dann belehrt die entsprechenden Quittungen und Belege beizufügen (man kann sich leicht das Suchen vorstellen, welches dann einsetzte)Die Beträge hatte ich mir aus den Kontoauszügen herausgezogen so dass ich viele Quittungen gar nicht mehr hatte, weil das Home-Bankingprogramm mir ja seinerzeit versprochen hatte, dass die dort vorgenommenen Buchungen vom Finanzamt anerkannt werden. Dann habe ich doch eine Kiste mit Quittungen und Belegen gefunden und alles mühevoll eingegeben. Alles ich den letzten Beleg erfasst hatte belehrte mich der freundliche Herr, dass die Gesamtsumme zu niedrig wäre um sich steuersenkend bemerkbar zu machen und ich die Belege und die Aufstellung gar nicht erst einreichen brauche. Verdammt nochmal, so viel Arbeit für Nichts und wieder nichts. Als ich glaubte alles Notwendige getan zu haben habe ich die Plausibilitätskontrolle eingeschaltet. Die teilte mir mit, das noch dies und das noch das und überhaupt noch viele Eingaben fehlen. Das Programm stieg danach ganz aus. Beim Neustart stellte ich fest, dass vom Programm keine automatische Zwischenspeicherung erfolgt war und ich auch keine manuell zu startende vorgenommen hatte. Alles mußte neu eingegeben werden. Na die Quittungen brauchte ich nicht, denn sie bewirkten ja nichts. Dann kam die Frage nach der Entfernungspauschale, die ich beim ersten Durchgang weggeklickt hatte, die man ja bis jetzt noch auch als Fußgänger zugebilligt bekommt. Da muss man nun die Arbeits-, Urlaubs- und Krankentage eingeben. Da es mich nicht mehr betrifft aber meine Frau habe ich sie geweckt und nach ihren Arbeitstagen gefragt, die sie mir mürrisch, nach dem sie ihren Kalender herausgesucht hatte, es war je bereits nach Mitternacht, beantwortete. Die erforderlichen Eingaben waren an Hand ihres Kalenders schnell ausgezählt und habe dabei Feiertage eingerechnet die es hier in Sachsen gar nicht gibt und die es hier gibt glatt vergessen. Der freundlich Herr erklärte mir diesmal, dass jede Ausgabe die ich jetzt eintrage sich nun doch steuersenkend.... na ich habe ja die Quittungen .... Endlich, endlich war ich fertig! Nun schnell die Steuererklärung mittels ELSTER ans Finanzamt schicken, es war ja mittlerweis ein Uhr dreißig. Das klappte nach einigen Fehlversuchen. Man muß dann aber eine komprimierte Form der Steuerklärung ausdrucken und diese mit Unterlagen zum Finanzamt mittel Post oder persönlich überbringen. Der Drucker spuckte Seite um Seite aus, insgesamt zweimal siebzehn (34) Seiten. Das Programm bescheinigte mir dass wir vermutlich 26 Euro zurückerstattet bekomme. Ein schönes Sümmchen! Ich frage mich wie manche am Fiskus Millionen vorbeischmuggeln können?
3/19/2006 Trara die Post ist da!Seit einiger Zeit ist es für uns sehr umständlich einen Brief oder eine Postkarte zu versenden. Man muss zunächst eine Briefmarke kaufen, diese auf den Briefumschlag oder die Karte kleben und und dann erst geht die Post ab. Was ist daran umständlich werden mich einige fragen. Eigentlich nichts, falls man Briefmarken zur Hand hat. Aber gerade da liegt der Hase im Pfeffer! Die Gebühren für die Beförderung von Post sind ja ganz schön gestiegen, nur der Service der Post ist es nicht im gleichen Maße, im Gegenteil. Zunächst hat man die Anzahl der Briefkästen drastisch reduziert, danach hat man ein Großteil der Postämter geschlossen und der Briefmarkenverkauf in Zeitungsläden oder Lottoannahmestellen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Wenn man Glück hat bekommt man in einem Schreibwarengeschaft zur gekauften Ansichtskarte eine Briefmarke dazu. Kurz und gut, falls man sich nicht einen Vorrat an Briefmarken zugelegt hat sieht man ganz schön alt aus. Sicher schreibt man im Zeitalter der E-Mails, Fax und SMS nicht mehr soviele Briefe wie früher, so wie ich damals. In meinem halben Jahr Armeezeit habe ich an meine Verlobte ungefähr 150 Briefe geschrieben und ebenso viele erhalten. Aber nicht alle besitzen einen Computer oder kommen mit den versenden und empfangen von SMS zurecht deshalb muss man doch noch dann und wann einen Brief schicken. Nicht zu vergessen ist ja noch der ausufernde Schriftwechsel mit Ämtern und Behörden. Na dachte ich, der kluge Mann baut vor, deshalb habe ich mir die Software und ein Guthaben zum Selberdrucken von Briefmarken, das Programm Stampit zugelegt, erprobt und den ersten Brief damit frankiert. Meine Frau kam vom Einkaufsbummel aus der Stadt zurück und ich wollte ihr gerade voller Stolz das Ergebnis stundenlanger Arbeit am Computer präsentieren als sie mir einen Block mit dreißig Briefmarken mit der Bemerkung reichte "Na jetzt haben wir ja für ein paar Jahre Briefmarken."
3/14/2006 Eine peinliche Situation.Weil wir gerade vom Rauchen reden. Meine Magdeburger Wirtin, bei der ich von 1958 bis 1959 wohnte, bekam Besuch aus dem Westen. Ihre Schwiegertochter mit Enkelsohn waren angereist. Ihr Sohn war einige Jahre vorher aus der DDR abgehauen und getraute sich nicht seine Mutter zu besuchen. Frau Albrecht sah ihre Schwiegertochter Brigitte (32) und den vierjährigen Enkel zum erstenmal. Mit der Schwiegertochter habe ich viel über die unterschiedliche Entwicklung im Osten und im Westen Deutschlands diskutiert. Als Bürger der DDR hatte man ja ein dreifaches Bewusstsein, welches auch in der Sprache zum Ausdruck kam (Dreisprech). Da war einmal wie man sich im Betrieb, in Versammlungen oder den Parteien äußerte um sich keinen Gefährdungen auszusetzen, dann wie man im vertrauten Familien- und Bekanntenkreis ungeschminkt über die wahren Zustände unterhielt und drittens wie man mit Besuchern aus der Bundesrepublik debattierte (Na ja , alles ist ja in der DDR nicht sclecht und auch bei Euch ist nicht alles Gold was glänzt). Bei unseren Gesprächen saßen wir in der Küche und haben dabei viel geraucht. Eines morgens, ich lag noch im Bett, kam Brigitte zu mir ins Zimmer und bat mich um eine Zigarette. Sie hatte einen Bademantel an und man sah darunter nur den Unterrock. Sie fragte ob sie in meinem Zimmer rauchen dürfte, ihre Schwiegermutter hätte ihr das Rauchen am frühen morgen verboten. Sie brannte sich und mir eine Zigarette an und setzte sich zu mir auf den Bettrand. Plötzlich wurde die Wohnungstür aufgeschlossen, die Wirtin kam mit dem Enkelsohn vom Bäcker mit frischen Brötchen zurück. "Um Himmelswillen, so darf mich meine Schwiegermutter hier nicht sehen." Mit diesen Worten öffnete sie meinen Kleiderschrank und stieg in diesen hinein und zog von Innen die Tür zu. Nach einer Weile klopfte meine Wirtin bei mir an, kam in mein Zimmer und fragte mich ob ich wüsste wo die Brigitte wär. "Keine Ahnung." log ich. "Die kann doch nicht aus der Wohnung sein, ihr Schlüpfer, BH und ihr Kleid hängen doch noch über der Stuhlehne im Wohnzimmer." Plötzlich sah sie das Ende des Gürtels vom Bademantel aus einer Türspalte des Kleiderschrankes hervorlugen. Mit einen Ruck riss sie die Tür auf und sah zu ihrem Entsetzen ihre Schwiegertochter zusammengekauert in meinem Kleiderschrank. War das für uns alle eine peinliche Situation. 3/12/2006 Tausche Zigaretten gegen Mercedes."Hör auf mit Rauchen!" meinte meine Frau zu mir. "Für das was du so in die Luft pafftst kaufen sich andere einen Mercedes" setzte sie ihre Betrachtungen fort. "Na nun übertreibe mal nicht" meinte ich daraufhin zu ihr. "Na rechne doch mal aus was du so täglich rauchst, was das im Jahr so ausmacht." Ich habe damals eine Schachtel zu rund fünf Mark täglich gequarzt. "Ui das macht ja im Jahr nahezu 1900 DM aus." habe ich schnell ausgerechnet. Von Stund an habe ich aufgehört zu rauchen. Wir haben daraufhin einen Investmentfonds eröffnet und zunächst 150 DM monatlich eingezahlt und diese Rate später auf 200 DM bzw. 100 Euro gesteigert. Nach 15 Jahren hatten wir die Summe endlich zusammen und seit gestern steht ein Mercedes im Haus, wenn auch nur einer aus der A-Klasse, aber immerhin. Mein guter alter Renault 19 blieb gestern beim Händler zurück, eigentlich schade, er fuhr ja noch so gut, aber schluckte ziemlich viel Benzin und erforderte in letzter Zeit etliche Organtransplantationen, das ging auch ganz schön ins Geld. Der kommt nach Südafrika tröstete uns der Händler als wir ihm doch eine Träne nachweinten, dort hat er es bestimmt gut.
3/2/2006 Der Bahnhofsvorsteher oder das Ende ein großen Liebe."Ach meine Jungs, ich will noch einmal den Schritt ins Leben wagen. Ich habe mich verlobt." Mit diesen Worten nahm uns Frau Meiling beide bei den Köpfen und drückte uns fest an ihren voluminösen Busen.. Der Wulf und ich wollten vor Lachen losprusten, aber es ging nicht, unsere Köpfe waren ja wie in einem großem Kissen versunken. "Ja ich habe mich verlobt, und im nächsten Monat werden wir schon heiraten." "Wer ist denn der Glückliche?" wagte ich zu fragen. "Nun er ist verwitwet wie ich und er ist auch so alt wie ich, zweiundfünfzig. Er ist Bahnhofsvorsteher in Elsnigk, so etwas wie ein Beamter. Ach ich bin ja so glücklich!"
Na der nächste Monat brach herein und wir hofften im Stillen wenigsten zum Polterabend mal so richtig essen und trinken zu können, aber der Monat ging vorbei und nichts war mit Polterabend oder Hochzeit. "Frau Meiling, wann startet denn nun das große Ereignis?" fragten wir nun unsere Zimmerwirtin. "Nie, niemals, nicht. Ach die Männer, hört mit den Männern auf. Einer ist wie der Andere. der Mann ist ja ein Hochstapler, ein Heiratsschwindler, er hat mir erzählt dass er Bahnhofvorsteher in Elsnigk wär und dabei ist er nur ein ganz gewöhnlicher Schrankenwärter. Nein, die Frau eines Schrankenwärters, wo käm ich denn dahin. Also ein bisschen Stolz hab ich schon noch." Bliebe noch anzumerken, das Elsnigk eine kleine Gemeinde in der Nähe von Köthen ist, durch dass eine Nebenstrecke der Reichsbahn von Köthen nach Dessau führte und damals nur einen kleinen Haltepunkt und einen beschrankten Bahnübergang besaß. Jener Mann versah dort alle Dienste, wie Fahrkartenverkauf, Zugabfertigung, falls dort überhaupt ein Zug anhielt, und Schrankendienst in einer Person . 3/1/2006 Krebsvorsorge"Ich habe ja solche Angst, dass es Krebs sein könnte." Mit diesen Worten stürzte Frau Meiling, unsere Zimmerwirtin eines Morgens im Unterrock in unser Zimmen. Wulf war schon zur Vorlesung und ich saß gerade beim Frühstück. "Was ist denn los, warum haben Sie so Angst vorm Krebs?" "Ach fühle mal meine rechte Brust, da ist so eine Verhärtung, hier siehst du, fühle mal!" Vor mir stand die dicke Frau mit ihren gewalltigen Busen und ich genierte mich letzteren zu begrapschen und schaute ganz verlegen der Frau in ihr angstverzogenes Gesicht. "Na nun hab Dich nicht so, gib mal deine Hand her, ich könnte ja Deine Mutter sein." "Drum eben!" murmelte ich. Resolut ergriff sie eine Hand von mir und führte sie an ihren rechten Busen und drückte sie fest drauf. "Spürst du den kleinen Knoten an dieser Stelle?" Sei dass ich damals zu wenig Ahnung über die Konsistenz weiblicher Brüste hatte oder sei es dass mein Tastsinn in dieser Beziehung noch nicht so ausgeprägt war, ich konnte von einem Knoten nichts spüren und sagte dies, auch in der Hoffnung die aufgeregte Frau zu beruhigen. "Fass mal fester zu, dann spürrst du es bestimmt." herrschte sie mich an. Ich drückte etwas fester und konnte trotzdem nichts sprüren. Aber um nun nicht länger diesen Riesenknödel drücken zu müssen sagte ich, ja ich spüre eine kleine Verdickung. "Siehst Du, ich hab es doch auch gefühlt. Du hast so schöne warme Hände, da reibst du mir die Stelle und die andere Brust mal mit Salbe ein und du must die auch schön kräftig einmassieren." dabei reichte sie mir eine Tube Vipratox, ein Schlangengiftpäparat, welches gegen Rheumabeschwerden und Muskelzerrungen genommen wurde. Was soll ich sagen, ich getraute mir nicht ihr diesen Dienst zu verweigern und habe den Busen, der durch das Schlangengift ganz rot wurde, kräftig massiert. "Ach tut das gut, ach tut das gut!" Sagte sie mehrmals und ich hatte den leisen Verdacht dass ihr Knoten ganz woanders war. 2/24/2006 Mein Debüt als Untermieter.Täglich fuhr ich mit den Zug von Halle nach Köthen an die dortige Ingenieurschule, damals als ich siebzehn war. Fünfundvierzig Minuten, eine Zeit die nicht allzu sehr zu Buche schlug. Aber dann, als die Wintermonate kamen wurden aus 45 Minuten mitunter 450 und auf der Rückfahrt war es nicht besser. Oft kamen wir in Köthen so spät an, dass es geraten schien mit den nächsten Gegenzug gleich wieder heimzufahren. Also reifte die Idee ein Zimmer in Köthen zu mieten. Nun bekamen mein Freund Wulf und ich von der Zimmervermittlung der Schule ein Zimmer zugewiesen, bei einer Frau Meiling in der Nähe des Bahnhofes. Also machten wir uns frohgemut mit zwei Bettstellen auf einen Handwagen, Frau Meiling hatte der Schule mitgeteilt dass diese mitzubringen wären, auf den Weg zu unseren neuen Quartier.
Wir klingelten an der Haustür und aus der ersten Erage schaute eine ziemlich korpulente Frau zum Fenster hinaus und fragte nach unseren Begehr. Wir wedelten mit unseren Schein für die Zimmervermittlung und sagten dass wir die neuen Mieter wären. Wenig später öffnete sich die Haustür und die große dicke Frau Meiling füllte den ganzen Türrahmen aus. Sie stemmte beide Arme in ihre Hüften sah uns von oben bis unten an und donnerte los: "Also das sag ich euch gleich, Mädels bringt ihr mir nicht mit rein, nur dass ihr gleich Bescheid wisst.
Einen Puff, ein Hurenhaus lassse ich hier aus meinen Haus nicht machen dann könnt ihr gleich wieder Leine ziehen. Habt ihr verstanden?" Völlig eingeschüchtert von dieser Begrüßung, stammelten wir ein "Nein, nie, ach wo , machen wir nicht." "Na dann kommt mal rein, stellt die Betten auf und ich koche erst mal nen Kaffee, ihr trinkt doch Kaffee? Ich meine richtigen Kaffee nicht son Muckefuck. Also ich bin die Frau Meiling." Na das kann ja mit dieser Frau heiter werden, wo wir doch ein bisschen gehofft hatten der elterlichen Kontrolle endlich entwischt zu sein.
2/21/2006 Nichts ist ummöglich - Nivea!Meine Frau hat mich gestern abend überredet den Platz am Computer mit dem vor dem Fernseher zu vertauschen weil der zweite Teil eines spannenden Filmes gezeigt werden wird. Es begann auch ziemlich aufregend, Wassermassen stürzten enge Gassen entlang, ein Mann und eine Frau mit einem Kind rannten vor diesen davon, Regen peitschte ihnen ins Gesicht, wie wird das enden? Gott sei Dank, Rettung in höchster Not, Nivea Visage beruhigt durch Wetter und Wind gereizte Haut und Falten verschwinden durch Double Lifting von L'Oreal Sie sind es sich Wert. Dann, die Spannung steigt, ein Haus stürzt ein, halb so schlimm Dank Wüstenrot ist man wieder schnell in den eigenen vier Wänden. Plötzlich kommt ein Auto auf den Fluten daher geschwommen, ein Giebel eines Hauses stürzt darauf und zertrümmert es vollständig. Bis zu viertausend zahlen wir für Ihren Gebrauchten bei Kauf eines neuen Ford Focus, versichert uns die Werbung. Angesicht des Autowracks halt ich das aber doch ein bisschen für zu dick aufgetragen. Warum diese Dauerwerbesendung nun aber Die Sturmflut genannt wurde bleibt mir ein Rätsel, na gut die Werbeleute müssen sich halt immer mal was Neues einfallen lassen.
2/9/2006 Mein MädchenDu bist mein Auge, du bist mein Zeh
Du bist mein Cent im Portmoney
Du bist der Schnaps in meinem Glase.
Du bist der Tropfen an meiner Nase.
Du bist das Öl auf meinen Wogen.
Für dich wär ich zum Pol gezogen.
Du bist mein A, du bist mein O.
Du bist das Wasser in meinem Klo.
Du bist das Salz in meiner Suppe.
Du bist mein Stern und gar nicht Schnuppe.
Du bist der Baum in meinem Garten.
Für dich würd ich ins Weltall starten.
Madonna und die andern Geister
sind gegen dich nur Scheibenkleister!
Du bist meine Hexe, du bist mein Besen
Wie dich lieb ich kein anderes Wesen
Du bist die Tinte in der ich sitze.
Du bist Spitze!
Armin
2/7/2006 Wie eiskalt ist dies Händchen.Gestern abend war ich in der Oper. In San Francisco. Gespielt wurde La Bohème von Giacomo Puccini. Luciano Pavarotti sang die Partie des Rodolfo und Mirella Freni brillierte als Mimi an seiner Seite. Ja ich war in der Oper, sogar mit Hausschuhen. Der geneigte leser merkt schon, dass ich nicht wirklich dort war, sondern vor den Bildschirm saß und mir eine DVD mit diesem Stück ansah und vor allem anhörte. Obwohl ich diese Oper schon mehrfach gesehen habe war ich doch von dieser Inszenierung sehr beeindruckt. Bühnenbild, Musik, die Sänger es stimmte aus meiner Sicht eben alles. Zum letzten mal hatte ich vor einigen Jahren diese Stück in der Semperoper gesehen in der sich ein Regisseur und ein Ensemble aus Dortmund redlich bemüht hatten es völlig zu verhunzen in dem sie es in Brechtischer Manier derart verfremdete dass ich und nicht nur ich sich fragten ob hier überhaupt La Bohéme gespielt wurde. man konnte es nur noch aus der Art der Musik erahnen. Es sollte wohl so eine Art Lehrstück für den Klassenkampf darstellen. Ich bin ja früher sehr oft in Inszenierungen von Opern gegangen. Schon als Kind sah ich Opern, die für mein Alter geeignet waren, wie "Hänsel und Gretel", "Die verkaufte Braut" und "Carmen" um nur einige zu nennen. Jetzt sind die Besuche etwas seltener denn seit der Wende sind die Eintrittspreise um das zwanzigfache gestiegen, so habe ich für meinen letzten Besuch voriges Jahr für die Oper Siegfried von Richard Wagner für zwei Plätze 160 Euro, 5 Euro für die Garderobe und 20 Euro Parkgebühren bezahlt. Da gehen wir eben nicht mehr monatlich sondern einmal im Jahr in dies Opernhaus. Jetzt habe ich für das gleiche Geld zwölf herorragende Operninszenierungen auf DVD gekauft und sehe sie mir in Hausschuhen mit einem Gläschen Wein dabei genußvoll zu Haus an. Der Vorteil, man sieht die Solisten so nah wie man sie in keinem Theater sonst sehen kann. Untertitel ermöglichen auch, zu verstehen was so gesagt und gesungen wird.
2/3/2006 Eine schöne Frau lässt man nicht weinen oder doch?Vor Jahren hatte ich mich als Abteilungsleiter bei einer Firma für Anlagenbau beworben und wurde angenommen. Damit ich mich mit meinen zu erwarteten Aufgaben vertraut machen konnte wurde ich für ein viertel Jahr in ein Projektierungsbüro nach Leipzig beordert in dem ich alle Abteilungen von der Planung, Auftragsannahme, Projektierung und Abrechnung durchlief. Eine Zeitlang war ich auch beim Leiter des Projektierungsbüro, Herrn Augustus, als Konsultant um da die Gesamtleitung des Büros kennenzulernen. Eines Tages kam der Direktor der Hauptabteilung, Dr. Blumhardt, um sich über den Erfüllungsstand eines wichtigen Projektes für einen Auftragsgeber aus dem NSW (Nicht sozialistisches Währungsgebiet) zu informieren. Er sah sich die Projektunterlagen an und war damit sehr zufrieden und lobte, was bei ihm sehr selten vorkam, diese Arbeit über alle Maßen. Er fragte unter wessen Federführung diese Aufgabe erfolgte. Herr Augustus sagte dass dies die Frau Fahrenbruch mit ihren Kollektiv erarbeitet hätte. Dr. Blumhardt, bekannt für seine hemdsärmlige, etwas ruppige Art fragte: "Was ist denn das für eine? Scheint intelligent zu sein." Augustus meinte sie ist nicht nur intelligent sondern auch sehr attraktiv und vor allen sehr, sehr seblbstbewusst. "Selbstbewusst, so so selbstbewusst! Na wollen wir wetten dass ich die in fünf Minuten zum Heulen bringe. Bestellen Sie die mal her" Herr Augustus rief die Frau Fahrenbruch an und bestellte sie in sein Büro. Wenig später kam sie angestöckelt, in atemberaubenden Pumps mit Pfennigabsätzen , neudeutsch High Heels, in einem eleganten Kostüm und langem lockigen Haar welches ihr Gesicht und ihren Körper umschmeichelten, eigentlich war sie viel zu schön für so ein staubiges, muffiges Projektierungsbüro. Mit einem gewinnenden Lächeln sagte sie: "Guten Tag meine Herren, Herr Augustus Sie haben mich rufen lassen. Ich vermute, wegen des Projektes nach Lybien, ich habe es gleich mitgebracht. Sollte es Fragen geben ich steh gern Rede und Antwort!" "Na nun reden Sie mal nicht so geschwollen daher, wir sind hier nicht auf der Leipziger Messe!" unterbrach sie mit gespielten Unwillen der Dr. Blumhardt, "Ich hätte da schon ein paar Fragen. Wie konnten Sie es wagen die Farben unsrer Erzeugnisse einfach außer acht zu lassen und andere zu nehmen?" " Na ich habe wegen der Religion da..." "Papperlepapp, jetzt rede ich und sie hören mal schön zu, Ihnen ist doch wohl klar dass ein Verstoß gegen unsere Firmenphilosophie ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen kann. Wir können uns Prozesse auf den Hals ziehen weil wir eventuell Farben der westdeutschen Konkurrenz verwenden, die warten doch bloß drauf uns eins auszuwischen." Na in diesem Stil ging das eine ganze Weile so und man sah deutlich wie diese mondäne Frau immer mehr in sich zusammensank und tatsächlich eine Träne nach der anderen ihren Wangen herablief. Mir tat dies richtig weh und ich dachte hoffentlich hört das A....loch bald auf. "Sagen sie mal, wieso weinen sie denn? Es gibt doch für sie gar keinen Grund. Ich wollte sie nur auf ein paar Dinge aufmerksam machen die Sie noch berücksichtigen müssten, aber sonst ist es eine ganz hervorragende Arbeit zur der ich Sie und natürlich auch uns nur gratulieren kann! Danke das wars!" Sichtlich erleichtert zog die Frau Fahrenbruch ab. Direktor Dr. Blumhardt sah den Herrn Augustus triumphierend an und sagte "Na hab ich es nicht gesagt dass ich die zum Heulen bringe! Wer von deinen Leuten hier v..... die denn alles?" "Na ich denke niemand" sagte sichtlich peinlich berührt Herr Augustus, "Da kennst du deine Mitarbeiter aber schlecht, die Frau ist doch bestimmt geschieden. Stimmts?" "Ja, seit einem Jahr." "Dacht ich mir, so eine Frau gibt sich nicht mit einem Mann zufrieden und wie die hier rumläuft will sie die Kerle nur verrückt machen, die mit ihren "F...-mich-Schuhen. Es war schon richtig der mal nen Dämpfer zu verpassen!" Der ist aber ein fieses Schwein, mit dem wirst du bestimmt noch einiges erleben, dachte ich mir und sollte recht behalten. Personennamen geändert
1/31/2006 Väterchen Frost herrscht mit eiserner Faust!Ende Januar, Anfang Februar 1947 verschärfte sich der Frost noch mehr, Tagestemparaturen unter dreißig Grad waren die Regel. Da wir und auch meine Großmutter nichts mehr zum Heizen hatten beschloss mein Onkel Othmar, damals 18-jährig und gerade aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück, ebenfalls Kohle organisieren zu wollen. Er meinte, dass er dazu noch jemand brauchte der auf den Schlitten aufpasst, das könne ja seine Schwester, so da ist meine Mutter, übernehmen. Nach einigen Zögern war diese dazu bereit. Sie sagte, sie zieht dazu die Überfallhose von meinem Vater an. Eine Überfallhose, von meinem Vater? Es wurde ja richtig spannend. Wollt ihr ihr etwa den Kohlenzug überfallen, fragte ich. Eine Überfallhose? Dass mein Vater so etwas hat. Ich wurde aber schnell aufgeklärt, dass man eine Hose mit Bund an den Knöcheln so nennt weil die Hosenbeine dann über die Knöcheln herüberfallen und mit einem "Überfall" nichts zu tun haben. Ich fand das ein bisschen schade, aber irgendwie habe ich meinem Vater und schon gar nicht meiner Mutter einen Überfall auch zugetraut. Trotzdem war das geplante Unternehmen aufregend genug! Die beiden zogen los und kamen nach zwei Stunden mit drei Eisenbahnschwellen zurück. Die Russen hatten in den vorangegangen Monaten überall das zweite Gleis der Eisenbahn und dazu die elekrischen Oberleitungen einschließlich der Masten demontiert und abtransportiert. An den Holzschwellen schienen sie kein Interesse zu haben und so fanden sich hier und dort an den Bahndämmen noch einige vor bis auch diese ihre Liebhaber gefunden hatten. Hurra, mit den so gewonnenen Holz konnte man schon einige Tage die Wohnung heizen. Da die erwischten Kohleklauer mit harten Strafen für Jahre verschwanden traute sich bald keiner mehr die Züge zu plündern. Die Leute versuchten in ihrer Verzweiflung in dem jenseits der Bahnstrecke befindlichem Braunkohlentagebau mit Brennmaterial sich zu versorgen, was aber auf Grund des Baggerbetriebes sehr gefährlich war und deshalb von der Polizei unterbunden wurde. Trotzdem stiegen immer wieder Leute in die Grube hinab und holten sich dort die Braunkohle herauf. Die Grubenleitung hatte dann ein Einsehen und gab ein Kohleflöz für die Hallenser frei. Jeden morgen hörten wir in der Morgendämmerung ein ununterbrochenes ratterndertes Geräusch, das Handwagenkonzert, denn Hunderte kamen mit Handwagen und Karren zu dieser Grube und hackten mit Spitzhacke und Schaufeln die Kohle und füllten sie in Eimern. Mindestens drei waren da erforderlich. Einer der unten hackte und schaufelte, einer der in die dreißig Meter tiefe Grube mit den Eimern emsig hoch und runter stieg und einer der oben auf den Handwagen aufpasste. Auch wir holten nun fortan unseren Brennstoff von dort. Einfach zu verbrennen war der aber nicht. Die Braunkohle enthielt ziemlich viel Wasser und musste vor dem Verbrennen erst getrocknet werden. Also legten wir eine Schicht auf den Küchenherd und trockneten so die Kohle ehe sie dann in den Herd selber gelegt werden konnte und dann die Küche heizte und weitere Kohle trocknete. Das es in unsere Küche immer etwas wie in einer Schwelerei roch brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Aber frieren brauchten wir nicht mehr! 1/28/2006 Der Winter ist ein harter Mann.Kurz vor Weihnachten sank das Thermometer unter minus zwanzig Grad Celcius und blieb auch über die Feiertage bei dieser Marke stehen, nachts sanken die Temperaturen teilweise bis 30 Grad unter Null. Auch im neuen Jahr wollte der Frost nicht weichen, im Gegenteil, auch tagsüber wurden jetzt minus 30 und mehr gemessen. Einige Schulen wurden geschlossen und die Schüler gingen stundenweise in andere Schulen die noch einen Kohlevorrat hatten. Doch dieser war auch bald verbraucht, so dass diese Schulen den Unterichtsbetrieb ebenfalls einstellen mussten. Ich berichte hier von dem schrecklichen Winter 1946 zu 1947, in einer Zeit in der ohnehin alles knapp war und sich jeder nur mit den wenigsten begnügen musste. Bald hatten die meisten auch ihre Vorräte an Brennmaterial verbraucht. An Heizen war kaum noch zu denken. Stundenlange ja oft sogar tagelange Stromsperren verschärften die Situation aufs äußerste, denn selbst Kerzen waren kaum noch vorhanden, so dass man oft im Dunkeln ausharren muste um den kleinen Kerzenstummel, der noch vorhanden war, für wichtige Arbeiten zur Verfügung zu haben. Der Gasverbrauch war so gestiegen dass man mit der Erzeugung nicht mehr nachkam und der Gasdruck soweit absank dass nicht einmal mehr richtig gekocht oder gar geheizt werden konnte. Bald waren in den meisten Häusern die Wasserleitungen eingefroren, dass Wasser wurde dann eimerweise aus Straßenhydranten oder Wasserwagen herangeholt. Da ja die Toilettenspülungen auch nicht mehr fuktionierten wickelten die Leute ihre Exkremente in Zeitungspapier ein und warfen diese scherzhaft genannten Führerpakete irgendwo in die Landschaft. Bald gab es zahlreiche Kältetote, die einfach im Bett erfroren waren. In der Stadt wurden Wärmestuben eingerichtet, die nicht sonderlich warm waren aber einen zumindest vor dem Erfrieren bewahrten. Da in dieser Zeit die Lebensmittel rationiert und sehr knapp bemessen waren kam zur Kälte auch noch der Hunger. In dieser Zeit habe ich immer nur Hunger gespürt und hatte nicht einmal dass Gefühl mich satt gegessen zu haben. In der Nähe unserer Wohnung verlief eine Bahnlinie auf der in den Nachtstunden endlos lange Züge mit Kohle vorbeirollten, diese gingen als Reparationsleistungen aus der sowjetischen Besatzungszone in die Sowjetunion, aus diesem Grund wurde die Bahnstrecke von der Bahnpolizei streng bewacht. Das hinderte jedoch viele nicht daran Nacht für Nacht mit Rucksäcken an der Bahnlinie aufzukreuzen um auf diese Züge zu warten. Kam so ein Zug dann angekeucht, denn oft hingen an die hundert Güterwagen an einer Lok, sprangen einige auf diese Züge auf und versuchten ihre Rucksäcke mit Briketts zu füllen. Mitunter gelang es auch die Seitentüre eines Waggons zu öffnen und ein Teil der Ladung fiel aus diesen heraus den Bahndamm hinunter. Dann kamen in diesem Moment viele aus ihrer Deckung heraus und machten sich über die willkommene Beute her. Aber auch die Bahnpolizei hatte auf diesen Moment gewartet und machte Jagd auf die Kohlenklauer und die sie erwischten wurden ihre Beute los und außerdem noch in Gewahrsam genommen. Hin und wieder wurden auch einige Opfer ihres Wagemutes und bezahlten das Auf-oder Abspringen vom Zug mit den Tod. Ich sehe noch heute das schreckliche Bild vor mir als ein Junge, der in die achte Klasse unserer Schule ging, beim Abspringen mit einen Rucksack voll Kohle sich am Trittbrett verfing und unter die Räder stürzte und zerstückelt auf den Gleisen liegenblieb. Ich ging immer diesen Weg an den Gleisen zur Schule, weil dies der kürzste Weg war und wurde aus einiger Entfernung Augenzeuge als Polizei die einzelnen Gliedmaßen des armen Jungen gerade zusammensuchten. Unsere Wohnung befand sich damals in Halle an der Saale in der Dieselstraße Fortsetzung folgt.
1/26/2006 Über Geschmack kann man nicht streiten...... entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Vor einigen Jahren waren Gewürzgurken noch genießbar, fast möchte ich sagen eine Delikatesse. Wie haben doch die Gurken aus dem Spreewald gemundet. Nicht zu sauer, ganz geringfügig süß, eben eine Gaumenfreude. Es gab unterschiedliche Sorten, mal etwas feurig, andere eher mild und einige mit Knoblauch, alle aber fein gewürzt. Aber heut ist alles anders! Seit einigen Jahren sind diese Betriebe in Händen von Besitzern geraten die einen pervertierten Geschmackssinn haben müssen. Sie gießen an die Gurken nahezu unverdünnten Essig hinzu, so dass diese einfach zu sauer sind und um ihren verdrehten Geschmack noch eins obendrauf zu setzen schütten sie in großen Mengen Zucker und was noch schlimmer ist Süßstoff hinzu. Diese Gewürzgurken sind einfach ungenießbar. Aber auch Sorten die nicht aus dem Spreewald stammen sind nicht besser, ob sie nun von Stutental, Feige oder Wieheißensiegleichnoch gefertigt wurden, sie sind durch die übertriebene Süße einfach nicht zu gebrauchen. Diese Geschmacksverderber haben sich aber nicht nur an den Gurken vergriffen, nein, auch den Bismarckheringen und Rollmöpsen haben sie mit den übehöhten Zusatz von Süßungsmitteln ihren Stempel aufgedrückt. Selbst vor dem guten alten Fleischsalat mit Majonäse sind sie nicht zurückgeschreckt und haben in zuckersüß und damit auch zum Ladenhüter gemacht, denn wer wird solches Zeug, nach dem er einmal davon gekostet, noch kaufen. Gibt es da nicht Abhilfe? Doch! Zumindest für die Gurken und die Heringe. Ich habe mir große Einweckgläser (es geht aber auch mit kleinen oder den Originalgläsern) besorgt. Die gekauften Gewürzgurken befreie ich durch Abgießen von ihren fürchterlichen Sud und spüle sie mit lauwarmen Wasser gründlich ab. Dann schichte ich die Gurken wieder in ein Glas, gebe frische grob zerschnittene Zwiebeln dazu, einige Knoblauchzehen, Piment, Pfefferkörner, ein Lorbeerblatt, Koriander- und nicht zu vergessen Senfkörner hinzu, passend sind auch einige Pepperonischoten, wenn man es scharf mag. Inzwischen bereite ich einen Sud aus Essig, Wasser und Salz zu und wenn dieser kocht gieße ich den randvoll in das Glas mit den Gurken, verschließe das Glas mit den Twistoff- oder Glasdeckel. Diese Gurken lasse ich dann eine Woche stehen und dann kann man sie mit viel Genuß essen. Ähnlich verfahre ich mit den übersüßten Fischpräserven. Ich gebe zu dass dieses Verfahren etwas umständlich ist und eigentlich Sache der Hersteller wäre. Ich bin jedenfalls am überlegen ob ich ihnen mein Rezept verrate, denn eigentlich ist es ja kein Geheimnis, steht so fast in jedem Kochbuch. Aber ich denke, sie haben in der Zwischenzeit den Geschmack der meisten Konsumenten gründlich versaut weil mir einer sagte, in den alten Bundesländern versteht man nichts vom richtigen Würzen. Iss doch nur mal die Wurst dort und vergleiche diese einmal mt den Geschmack von Thüringer Wurst. Wo er Recht hat hat er recht. 1/19/2006 Frauen sind zehn Jahre lang 29!Ich möchte dich meiner Tochter Petra vorstellen. Mit diesen Worten überraschte mich Annemarie bei meinem nächsten Besuch bei ihr. Wir klopften an ein Zimmer an, welches bei meinem ersten Besuch verschlossen war und Annemarie hatte mir damals gesagt, dort hätte ihr geschiedener Mann noch Sachen von sich zu lagern und hätte deshalb das Zimmer abgeschlossen. Petra war mit ihren vierzehn Jahren schon eine junge Dame und man konnte ahnen das sie in einigen Jahren zu einer richtigen Schönheit, so wie ihre Mutter, heranreifen würde. Warum hatte Annemarie schon beim ersten Besuch von ihrer Tochter nichts gesagt? Wollte sie testen wie ich zu Kindern stehe? Das sie erst mal sehen wollte was ich für einer bin und sie deshalb ihre Tochter, beim ersten Besuch von mir, zur Oma geschickt hatte, finde ich ja in Ordnung, aber deshalb musste sie mir doch keine Lüge mit dem verschlossenen Zimmer auftischen. Die Petra fragte mich ob ich ihr nicht einen Lautsprecher an ihren Plattenspieler anschliessen könne und weil ich auch gleich zur Tat schritt hatte ich schon ein paar Pluspunkte bei ihr geerntet. Die Mutter meinte sie lässt uns jetzt allein und kümmere sich ums Mittagessen. Petra fragte mich ob sie etwa Onkel zu mir sagen sollte. Ach sag Armin zu mir entgegegnete ich. Und wie alt bist du, wollte sie wissen. Ich sagte na so alt wie deine Mutter. Was, du bist doch noch keine vierzig, du siehst doch eher wie dreißig aus meinte sie daraufhin. So, so deine Mutter ist also vierzig meinte ich. Ja vierzig wird sie nächste Woche, hat sie dir das nicht gesagt, ist wieder mal typisch für sie. Das war die zweite Überraschung für mich. Nicht das ich etwas gegen Frau mit Kind, die auch älter als ich bin, etwas gehabt hätte, aber ich habe etwas gegen Schönfärberei, um nicht Lügen sagen zu müssen.
1/6/2006 Schöne Frauen kosten sehr viel Geld!Ich habe für heute Abend Plätze in der Deutschlandbar bestellt und wir werden mit einer Schulfreundin von mir und deren Mann dorthin gehen. Nachmittag sind wir bei ihr zum Kaffee eingeladen, ich hoffe du hast nichts dagegen. Wie sollte ich, einer so schönen Frau kann man doch nichts abschlagen. Wir fuhren dann nachmittags zu ihrer Freundin hin, die mir ziemlich älter im Gegensatz zur Annemarie vorkam und auch ihr Mann schien schon so über fünfzig zu sein. Es waren sehr nette Leute und man konnte sich prächtig mit ihnen unterhalten nur störte es mich dass die Annemarie sich ständig an mich rankuschelte und mich dauernd küsste als müsste sie ihr neues Glück unter Beweis stellen. Der Mann schaute etwas belustigt unserer Turtelei zu und mir war es auch irgendwie peinlich. Als wir auf den Rückweg waren fragte ich wie alt denn ihre Freundin denn wäre und bekam zur Antwort, na so alt wie ich. Ich will ja nicht unhöflich sein aber wie alt bist du denn eigentlich. Ich bin in deinem Alter bekam ich zur Antwort. Na da sieht die Hannelore, so der Name der Freundin, aber ziemlich alt im Gegensatz zu dir aus. Na ich habe mich eben gut gehalten, so ihre Antwort. Abends trafen wir uns im Hotel Deutschland, dem damals teuersten Hotel in Leipzig, vor der Deutschlandbar. Der Oberkellner führte uns zu den reservierten Plätzen und sprach mich laufend mit Herr Doktor an. Ich dachte erst dies geschieht aus übertriebener Höflichkeit und wehrte bescheiden ab, dass er sich den Doktor sparen solle, da ich keiner wäre. Wieso, die Plätze sind doch auf einen Herrn Doktor bestellt worden, nicht wahr. Ja, ja sagte Annemarie, das hat schon seine Richtigkeit. Darüber war ich ziemlich verärgert, da mir das Image eines Hochstaplers nicht behagte und das sagte ich ihr auch. Denkst du denn, antwortete sie mir, ich hätte Plätze bekommen wenn ich nicht für einen Doktor bestellt hätte. Außerdem wird dies ja nicht nachgeprüft, sie könnte meine Bedenken überhaupt nicht nachvollziehen. Ich sagte nichts mehr, aber innerlich foppte es mich doch. Wir blieben mit den befreundeten Paar bis drei Uhr früh und da sie ja von der Annemarie eingeladen waren bezahlte ich die gesamte Rechnung von etwa zweihundert Mark, für mich sehr viel Geld, da ich damals so achthundert Mark netto im Monat hatte. Im Stillen dachte ich wenn das so weiter geht, ja, ja schöne Frauen kosten sehr viel Geld.
1/5/2006 Die Western-LadyAls ich so an die dreißig und gerade geschieden, hatte mich eine tiefe Depression befallen. Das Gericht hatte mir ein Schreiben zugesandt in dem mir bescheinigt wurde dass die Scheidung nun rechtskräftig und unwiderruflich sei oder so ähnlich, jedenfalls las ich dies aus dem Juristendeutsch so heraus. Im Stillen hatte ich ja noch auf ein Wunder gehofft dass sie es sich noch einmal anders überlegt und bei mir bleibt. Aber wer hält es schon bei so einem Unhold wie mich aus? Meine Eltern meinten, so eine wie die bekommst du alle mal und eigentlich hättest du was Besseres verdient. Geh doch mal aus vielleicht lernst du eine nette Frau kennen, zu Haus sitzen und Trübsal blasen bringt doch auch nichts! Lange überreden brauchten sie mich nicht, weil ich ja eigentlich kein Kind von Traurigkeit bin. Die Tanzbar im Interhotel Halle erschien mir als ein geeignetes Jagdrevier. Als ich dort ankam waren dort viele Paare die an den Tischen saßen und noch mehr Männer die allein an der Bar herumlungerten. Na dachte ich trinkst du ein zwei Kognak und machst dich wieder davon. Nach zirka einer halben Stunde kam ein Mann mit zwei Frauen, von denen eine stockhässlich und die andere von atemberaubender Schönheit war. Verstohlen blickte ich hin und wieder nach dem Tisch. Der Mann tanzte hin und wieder mit der Frau die vom Schicksal nicht so mit Schönheit geschlagenund offensichtlich seine ihm Angetraute war. Merkwürdigerweise wurde die andere von keinem der zahlreichen Männer zum Tanzen aufgefordert. Da dachte ich, und wenn ich mir einen Korb einhandele, geh und fordere sie auf. Lächelnd folgte sie mir auf die Tanzfläche und zu meiner Freude konnte sie auch wunderbar tanzen. Die Band spielte auf einmal einen Tango Argentino und da ich damals ein guter Tänzer war legten wir eine Sohle aufs Parkett, so mit übers Knie legen und die Köpfe dabei ruckartig hin und her fliegen lassen dass wir zunächst gar nicht merkten dass die anderen um uns einen Kreis bildeten und im Takt klatschten. Mein Gott tat das gut, mein Selbstbewusstsein erlebte einen Höhenflug. Nach dem Tanz war es klar dass ich sie auf einen Drink an die Bar einlud und weil nur ein Barhocker frei war und sie nicht wollte dass ich stehen blieb saßen wir ziemlich eng beieinander auf diesem. Im Gespräch stellten wir fest das wir beide frisch geschieden waren und sie meinte dass ein gemeinsames Schicksal verbindet und ich sollte sie doch am kommenden Sonnabend in Leipzig besuchen, sie holt mich auch vom Bahnhof ab. Als ich am Sonnabend nach Leipzig fahren wollte meinte mein Vater nimm einen Schlafanzug und Rasierzeug mit, vergiss auch die Zahnbürste nicht. Ich weiß nicht ob es richtig ist wenn man beim ersten Besuch erkennen lässt dass man mit einer Übernachtung rechnet, irgendwie ist mir das peinlich, so mit der Tür ins Haus zu fallen. Du musst ja deine Tasche nicht gleich auspacken und wenn du heute Abend wieder da bist ist es gut und wenn du dableibst ist es doch auch gut. Trotz dieses Rates fuhr ich ohne Nabuko* ab. Als in Leipzig der Zug hereinrollte sah ich eine Menschentraube aus der sich eine Frau herauslöste die sehr auffällig gekleidet war. Weiße Knielange Stiefel, einen weißen Rock, rot abgesetzt, ein Bolero, ganz in weiß, ebenfalls rot abgesetzt, dazu einen Westernhut in weiß, alles aus feinem Nappaleder. Einfach kolossal, einfach atemberaubend schön! Kein Wunder das die Leute um sie herumstanden und sie bewunderten. Als ich ausstieg, kam sie auf mich zu, umarmte und küsste mich. Mir stand der Verstand fast still vor Glück. Es war tatsächlich Annemarie, meine Tänzerin aus Halle. Mit der Taxe fuhren wir in ihre Wohnung. Als wir dort ankamen, sagte sie, wir machen es uns erst mal gemütlich. Mit diesem Worten zog sie ihre Stiefel, die Strumpfhose und was sie sonst noch drunter hatte aus. Ich hätte doch wenigstens die Zahnbürste mitnehmen sollen! * Nabuko - Nachtbeischlafutensilienkoffer
1/2/2006 Adalbert, Ludwig oder ich.Nie werde ich Ilse vergessen, die mich, vor vielen Jahren, überredete eine Winterwanderung von Pillnitz aus übers Schönfelder Hochland, durchs Müglitztal vorbei an der Lochmühle, durch Lohmen bis nach Stadt Wehlen zu unternehmen. Es waren so an die dreißig Kilometer und Ilse meinte zum Abschluss, als wir mit den Zug zurück nach Dresden fuhren, dass es doch ein schöner, wenn auch kleiner Spaziergang war. Eine Woche später wanderten wir von Heidenau über Bad Gottleuba nach Glashütte, nicht ganz vierzig Kilometer, wieder war es in ihren Augen nur ein kleiner Spaziergang. Mein Gott wozu Frauen alles fähig sind! Meine Blasen an den Füßen waren vom vorhergehenden Wochenende noch nicht richtig abgeheilt. Im Laufe der Woche rief mich Ilse an, dass sie am kommenden Wochenende eine Überraschung für mich hätte. Machen wir wieder einen kleinen Spaziergang? Nein viel schöner, war ihre Antwort. So was denn? Sag ich nicht, sonst ist es keine Überraschung. Ich solle nur zu ihr nach Hause kommen, wir bleiben bei ihr in der Wohnung, ich erwarte dich Samstag so gegen 20 Uhr.
Erwartungsfroh machte ich mich dann am Samstagabend auf den Weg. Ich hatte vorher Blumen gekauft und mich nochmals gründlich rasiert. Als ich zu Ilse in die Wohnung kam empfing sie mich in einem weitausladenden langem Kleid mit so einer Art Schleppe dran. Überall erleuchteten brennende Kerzen, aus echtem Bienenwachs, wie sie mir versicherte, den Raum. Setz dich dort in den Sessel. Sie reichte mir ein Glas Wein und erklärte mir, dass dieser zu der Überraschung sehr gut passen würde. Der Wein war der damals beliebte Harslevelü, der Lindenblättrige, aus Ungarn. Dann legte sie eine Schallplatte auf und es erklang das Divertimento für Streichorchester von Bela Bartok, einem ungarischen Komponisten. Ich dachte mir, manche intellektuell veranlagte Frauen brauchen so etwas als Vorspiel und es wäre unklug von einem Mann sie da zu stören. Als die Platte zu Ende war, sah mich Ilse erwartungsvoll an und sagte, na hat es dir gefallen. Ja, ja schon sagte ich. Darauf sie, Musik ist doch was Wunderbares, ich hab da noch etwas und sie legte erneut eine Platte auf und es erklang das Konzert für Violine und Orchester von Ludwig van Beethoven. Danach fragte sie mich ob ich nicht Ähnlichkeiten zwischen Bela (Adalbert) Bartok und Beethoven bemerkt hätte. Hatte ich eigentlich nicht und dies gab ich, auch auf die Gefahr hin, dass sie mich für einen Kunstbanausen hielt, unumwunden zu. Nun hielt mir Ilse einen Vortrag über das Gemeinsame und das Trennenden im Schaffen beider Komponisten. Dazu legte sie abwechselnd die beiden Schallplatten auf um mir dies an Hand von Musikbeispielen zu erläutern. Das ging so bis gegen Mitternacht. Jetzt fragte ich ganz schüchtern was denn nun mit der Überraschung wäre? Nun, sagte sie, dass war sie doch, war es denn keine Überraschung für dich? Doch, doch sagte ich und hatte nicht einmal gelogen. Nun jetzt solltest du aber gehen sagte sie zu mir oder du schläfst hier in der Badewanne, ich muss jetzt ins Bett und morgen ist ja auch noch ein Tag. Ehrlich gesagt traute ich mir nun nicht mehr den Vorschlag zu machen, über das Gemeinsame und Trennende von Mann und Frau in ihren Bett zu diskutieren. Das wäre ja einer Goteslästerung, nach soviel Musik, gleichgekommen. Trotz des Weines machte ich mich ziemlich ernüchtert auf den Heimweg.
12/30/2005 Maria hatte mich in ihr Herz geschlossen.In dem Institut in Schönebeck hatten wir auch eine Dolmetscherin, heute sagt man ja Sprachmittlerin, die Maria Frischenbruder. Sie mag damals so Mitte sechzig gewesen sein, aber ihr Alter verschwieg sie und ich meinte, als sie mich mal fragte wie alt ich sie schätze, sie sei so fünfundfünfzig. Von da an war ich ihr Liebling! Schon am Morgen, wenn ich ins Büro kam legte sie den Zeigefinger auf ihren Mund und gebot mir leise zu sein. Sie holte eine Flasche russischen Kognak und zwei große Kognakschwenker aus dem Schreibtisch und goß beide Gläser halbvoll ein, dann reichte sie mir ein Glas und ich musste es dann auf ihre Gesundheit in einem Zug austrinken. Danach holte sie eine Schachtel guter Zigaretten der Marke Orient, die beste und teuerste Marke die es in der DDR gab, aus ihrer Handtasche, und bot mir eine an. Sie selbst hatte eine vergoldete Zigarettenspitze und auch ein vergoldetes Feurzeug, mit dessen Hilfe ich dann ihre und meine Zigarette anzündete. Sie hatte es überhaupt mit viel Gold, denn sie war über und über mit Goldketten, Broschen und Armreifen behangen und an jeden Finger befand sich ein protziger Ring. Sie ging itäglich gekleidet als wollte sie in die Oper oder ins Konzert. Ihr tizianrot gefärbtes Haar war stets korrekt frisiert und ein süßer, schwerer Parfümduft umgab sie Tag für Tag. Eines Tages schlug sie mir vor ich könne doch bei ihr einziehen, sie hätte noch ein Zimmer frei und ich würde es gut bei ihr haben, es gäbe nur eine Bedingung, ich dürfte nie ein Mädel mit nach Haus bringen und dies wäre ja auch gar nicht nötig, dabei schaute sie mir vielsagend in die Augen. Von diesem Vorschlag war ich doch einigermaßen überrascht und murmelte vor mich hin dass ich es mir überlegen wolle. Von da an vermied ich das tägliche Kognaktrinken und ging zum Rauchen in eine der betrieblichen Raucherbuden.
12/27/2005 Mein Freund Hannes hat heut Geburtstag.Mein Freund Hannes hat heut Geburtstag und ich geh heute nachmittag zur Geburstagsfeier! Alle seine Freunde und natürlich auch seine Frau werden da sein, aber nur einer nicht, unser Johannes! Er ist 1999, wenige Tage vor seinem 63. Geburtstag, gestorben, und an diesem, am 27. Dezember, wurde er beerdigt. Als er im Sterben lag habe ich ihn noch einmal besucht um von ihm Abschied zu nehmen, Tränen standen mir in den Augen als ich seine kraftlose Hand in die meine nahm um ihn meine Freundschaft zu versichern, die auch über den Tod hinaus halten sollte. Sprechen konnte er nicht mehr, aber seine Augen schienen zu sagen, vergesst mich nicht, tut einfach so als würde ich nicht von euch gehen. Die Nacht darauf ist er friedlich in den Armen seiner Frau gestorben.
Mein guter Hannes, der vor Lebenslust sprühte, mit dem ich viele Jahre beim Studium verbracht habe, der Wein, Weib und Gesang liebte, mit dem ich manchen Streich ausgeheckt habe. Mit dem ich lustig, aber auf den ich oft auch wütend war, denn Ecken und Kanten hatte auch er mehr als genug. Ein Mensch eben! Und so wie wir all die Jahre seinen Geburtstag gefeiert haben so kommen wir auch jetzt jedes Jahr zu seinem Geburtstag und feiern eben so als wär Hannes wie immer dabei.
12/20/2005 Siehst du den Mond dort über Soho?Es wird mal wieder Zeit dass ich mich auf den Pagasus schwinge, zur Tastatur greife und mich hier verewige. Meine Meinungsumfrage hat ja ergeben28 % der Befragten möchten dass ich zum Thema Herzensbrecher etwas schreiben sollte. Um es gleich vorwegzunehmen, so toll war es nicht was da von mir zu berichten wäre, eher war ich es der mit gebrochenen Herzen oft erfahren musste dass die Frau die ich erobern wollte mich mit kühler Zurückhaltung in meine Schranken verwies, auf deutsch gesagt, die mir einen Korb gab. Als ich noch ziemlich jung war wollte ich auf die jungen Damen einen guten Eindruck machen, redete "gebüldet" daher und benahm mich oft dabei täppisch und linkisch und das mochten die Frauen überhaupt nicht. Dann sagte mir mal ein Freund, du musst den Weibern romatisch kommen, so mit Sterne vo Himmel holen und so, na du weisst schon, das klappt auf alle Fälle. Na, dachte ich, so doof wird doch kein Mädchen sein um auf so etwas hereinzufallen, aber kannst es ja mal probieren. Es war gerade kurz vor Weihnachten, da brachte ich ein Mädel, die Gaby, vom Tanz nach Hause, zur Belohnung gab es etwas Knutscherei im Türeingang. Auf die Frage wann wir uns wiedersehen werden, sagte ich, wie wär es am 27., über Weihnachten fahre ich zu meinen Eltern nach Halle. Wirst du denn auch an mich denken war ihre bange Frage. Aber ja doch sagte ich darauf im Brustton tiefster Überzeugung. Sieh mal den Stern da oben, das ist unser Stern und am Heiligabend genau um zwanzig Uhr seh ich nach diesen Stern und du sollst das auch tun und ich und du denken dann ganz fest aneinander und so wirst du bei mir sein und ich bei dir!
Als ich mich nach Weihnachten mit Gaby wieder traf war die erste Frage: "Hast du dran gedacht" "An was soll ich denn gedacht haben?" "Na an den Stern." Was denn für einen Stern?" "Na an den da oben, den hellen da." "Was soll denn mit dem sein?" Langsam dämmerte mir, welchen Seelenkitt ich ihr da aufgetischt hatte. "Ja, ja, natürlich habe ich, das heisst wollte ich, ging aber nicht." "Warum denn nicht?" kam es ziemlich enttäuscht.
"Na, ja, eh, Halle liegt doch so dicht bei Leuna und Bitterfeld, Buna und Espenhain nicht zu vergessen, also durch die Chemiebetriebe ist in Halle immer bewölkter Himmel, na Smog eben, beinahe wie einst in London, da sieht man ja kaum die Sonne geschweige denn einen Stern. Aber ich habe ganz fest an dich gedacht, sogar die ganze Zeit, du auch?" "Ich habe nach den Stern geguckt und war in Gedanken ganz bei dir!" Weil ich von London geredet hatte, dachte ich unwillkürlich an die Szene mit Mac und Polly aus der Dreigroschenoper.
Mac: Siehst du den Mond über Soho?
Polly: Ich sehe ihn, Lieber. Fühlst du mein Herz schlagen, Geliebter?
Mac: Ich fühle es, Geliebte.
Polly: Wo du hingehst, da will auch ich hingehen.
Mac: Und wo du bleibst, da will auch ich sein.
Beide singen:
.....
Die Liebe dauert oder nicht
An dem oder jenem Ort.
Darum merke: Erzählt man Frauen solchen Stuß, man sich gut erinnern muss!
12/15/2005 Ich lade gern mir Gäste ein.Es hat mich gefreut das meine Menükarte so ein breites Echo gefunden hat und die meisten hätten gerne an diesem Brasnick teilgenommen. Wie ich schon geschrieben hatte entscheide ich mich bei meiner Kocherei meist unmittelbar nach Inspektion des Kühlschrankes und was so noch im Haushalt vorhanden ist. Die Zubereitung einer Mahlzeit darf da in der Regel nicht länger als zwanzig Minuten höchstens eine halbe Stunde dauern. Vielfach verwende ich da halbfertige Lebensmittel, seltener Fertiggerichte, wie in erster Linie eingefrostetes Gemüse, fertig gekauft oder selbst eingefroren. Das hat den Vorteil dass das langwierige Schälen und Putzen vor den Mahlzeiten wegfällt. Wichtig ist es auch dass man ein breites Sortiment an Gewürzen im Hause hat, also nicht nur Pfeffer, Salz, Kümmel und Knoblauch , sonder auch Thymian, Oregano, Paprika, Basilikum und viele andere, weil man damit einfachen Gerichten ein exotische Flair verleihen kann. So wird aus einer langweiligen Beamtenstippe ein Chili con Carne oder aus einem Gemüseeintopf eine Minestrone Bella Italia und ein Brathähnchen avanciert zum Coq au vin à la provencale. Hat man zu Feiertagen oder festlichen Anlässen Gäste ist eine Speise- oder Menukarte für diese stets beindruckend und hat man noch Tischkärtchen mit den Namen derselben auf dem Tisch verteilt gilt man als Gastgeber par excellence. Bei nur wenige Gäste, höchstens vier ist die Methode der ad hoc Zubereitung immer machbar. Bei einer größeren Zahl der Gäste ist es schon wichtig, falls man mehrere Gänge servieren will und man alles allein macht und keinen Koch engagiert sich überdie Speisenfolge Gedanken zu machen und die Menge der einzusetzenden Lebensmittel genau zu kalkulieren, denn man will ja keine Fressorgie provozieren oder das meiste des zubereiteten Essen in die Bioabfalltonne kippen. Es hat sich bewährt, die Kalkulation für jeweils zehn Personen zu machen und dann auf die eingeladenen Gäste umzurechnen und danach kann man dann einkaufen. Beginnt man schon rechtzeitig, kann man jeden Tag ein Gericht oder einen Teil davon fertigstellen und frostet es ein. Am Tag der Feier braucht man dann alles nur aufzutauen, zu erwärmen und serviert binnen kurzer Zeit ein mehrere Gänge-Menü ohne dass dies in Hektik und Stress ausartet und man nicht stundenlang in der Küche steht sondern sich seinen Gästen widmen kann.
Coq au vin wurde von
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