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3/25/2006 Die diebische ELSTER
Ich wusste es schon warum ich die vergangenen Jahre meine Steuererklärung von Tag zu Tag, Woche um Woche und Monat für Monat immer wieder verschoben hatte. Wollte ich mir doch den Jahresanfang und die schöne Frühjahrszeit nicht verderben lassen. Meist habe ich gewartet bis auf den letzte Tag! Ab diesem Jahr wird alles ganz anders. Jetzt habe ich so ein Steuerkauderwelscherklärungsprogramm mit Audio und Video und Pipapo. Ein freundlicher Herr versuchte mir da Dinge zu erklären von denen ich nicht einmal ahnte warum es dort geht und nachher wußte ich gleich gar nichts. Nur soviel habe ich mitbekommen das Steuersplitting vor allem Zugewinngemeinschaften (so nennt man da Ehepaare) betrifft und die Lohnersatzleistungen in der Regel steuerfrei sind aber dem Progressionsvorbehalt (was immer das auch sein mag) unterliegen. Dann habe ich den Erfassungsmodus mit multimedialer Begleitung eingeschaltet. Langamtmige Erklärungen die meiner Meinung keine Erklärung nötig haben und wenig … aber das erwähnte ich ja schon. Bei jeder Eintragung wurde ich dann belehrt die entsprechenden Quittungen und Belege beizufügen (man kann sich leicht das Suchen vorstellen, welches dann einsetzte)Die Beträge hatte ich mir aus den Kontoauszügen herausgezogen so dass ich viele Quittungen gar nicht mehr hatte, weil das Home-Bankingprogramm mir ja seinerzeit versprochen hatte, dass die dort vorgenommenen Buchungen vom Finanzamt anerkannt werden. Dann habe ich doch eine Kiste mit Quittungen und Belegen gefunden und alles mühevoll eingegeben. Alles ich den letzten Beleg erfasst hatte belehrte mich der freundliche Herr, dass die Gesamtsumme zu niedrig wäre um sich steuersenkend bemerkbar zu machen und ich die Belege und die Aufstellung gar nicht erst einreichen brauche. Verdammt nochmal, so viel Arbeit für Nichts und wieder nichts. Als ich glaubte alles Notwendige getan zu haben habe ich die Plausibilitätskontrolle eingeschaltet. Die teilte mir mit, das noch dies und das noch das und überhaupt noch viele Eingaben fehlen. Das Programm stieg danach ganz aus. Beim Neustart stellte ich fest, dass vom Programm keine automatische Zwischenspeicherung erfolgt war und ich auch keine manuell zu startende vorgenommen hatte. Alles mußte neu eingegeben werden. Na die Quittungen brauchte ich nicht, denn sie bewirkten ja nichts. Dann kam die Frage nach der Entfernungspauschale, die ich beim ersten Durchgang weggeklickt hatte, die man ja bis jetzt noch auch als Fußgänger zugebilligt bekommt. Da muss man nun die Arbeits-, Urlaubs- und Krankentage eingeben. Da es mich nicht mehr betrifft aber meine Frau habe ich sie geweckt und nach ihren Arbeitstagen gefragt, die sie mir mürrisch, nach dem sie ihren Kalender herausgesucht hatte, es war je bereits nach Mitternacht, beantwortete. Die erforderlichen Eingaben waren an Hand ihres Kalenders schnell ausgezählt und habe dabei Feiertage eingerechnet die es hier in Sachsen gar nicht gibt und die es hier gibt glatt vergessen. Der freundlich Herr erklärte mir diesmal, dass jede Ausgabe die ich jetzt eintrage sich nun doch steuersenkend.... na ich habe ja die Quittungen .... Endlich, endlich war ich fertig! Nun schnell die Steuererklärung mittels ELSTER ans Finanzamt schicken, es war ja mittlerweis ein Uhr dreißig. Das klappte nach einigen Fehlversuchen. Man muß dann aber eine komprimierte Form der Steuerklärung ausdrucken und diese mit Unterlagen zum Finanzamt mittel Post oder persönlich überbringen. Der Drucker spuckte Seite um Seite aus, insgesamt zweimal siebzehn (34) Seiten. Das Programm bescheinigte mir dass wir vermutlich 26 Euro zurückerstattet bekomme. Ein schönes Sümmchen! Ich frage mich wie manche am Fiskus Millionen vorbeischmuggeln können?
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