Armin's profileJoikonetPhotosBlogListsMore Tools Help

Blog


    9/10/2006

    Eine unverhoffte Begegnung

    Vor etwa vierzehn Jahren unternahm ich mit meinem damals vierzehnjährigen Sohn eine Reise in den Harz. Es war für ihn Ehrensache als begeisterter Eisenbahnfreund mit der Selketalbahn eine Fahrt von Harzgerode nach Gernrode unternehmen zu müssen. Also sind wir beide hin zum Bahnhof Harzgerode. Der Zug war gerade aus Richtung Mägdesprung/Alexisbad eingetroffen, gezogen von einer Diesellok der Baureihe 199.8, denn als Ersatz der dort eingesetzten Dampfloks wurden für die Schmalspurbahnen im Harz einige Loks der Baureihe 110 durch die Deutsche Reichsbahn zu sechsachsigen Meterspurfahrzeugen umgebaut und seitdem als Baureihe 199.8 bezeichnet. Mein Sohn begutachtete eingehend diese Lok, die ja, wie bereits gesagt, von Normal- auf Schmalspur umgebaut war und erläuterte mir sachkundig die Achsfolge von Antriebs- und Spurrädern (http://www.selketalbahn.de/triebfahrzeuge.htm?tfz/tfz1.htm). Ich hatte von all dem keine Ahnung und staunte nur was mein Sohn  über diese Lokomotive zu erzählen wusste. Ein älterer Herr, gekleidet in einem grauen Parka, mit einen großen Ulmer (Tabakspfeife) im Mund und einem umgehängten Fotoapparat schien unseren Gespräch aufmerksam zu folgen, denn plötzlich mischte er sich ein und versuchte meinen Sohn zu belehren dass die von ihm beschriebene Achsfolge so nicht stimme. Die beiden fingen an zu streiten, wobei mein Sohn sagte: "Nein, Herr Ziegelgänsberger, da haben sie nicht recht, es ist so wie ich es sage!" Ganz erstaunt fragte der Mann, woher er wisse das er Ziegelgänsberger heiße. Mein Sohn meinte, auch zu meiner Verblüffung, der Einzige der über die Selkebahn so gut Bescheid wisse wäre eben der Herr Ziegelgänsberger, der ja auch ein Buch darüber geschrieben hätte und dort wäre aber die Achsfolge auch schon falsch dargestellt wurden, aber über seine sonstigen Detailkenntnisse käme eben nur ein Mann mit diesen Namen in Frage. Die Verwunderung nahm bei ihm kein Ende als ich ihn an seine Erlebnisse bei der Sowjetischen Staatseisenbahn erinnerte, bei der er als Kriegsgefangener als Streckenläufer eingesetzt war. Er meinte darüber nie in einem Buch geschrieben zu haben. Ich lüftete das Geheimnis als ich dann zu  ihm sagte, dass ich als Student in Köthen war und er als Dozent oft über das Eisenbahnwesen im Allgemeinen und dass der sowjetischen Bahn im Besonderen gesprochen hatte.

    Literatur:

    Die Harzer Schmalspurbahnen - Die Selketalbahn, Die Harzquer- und Brockenbahn, Die Südharzeisenbahn

    Autor : Gerhard Ziegelgänsberger & Hans Röper
    Verlag : transpress Verlag

    11/9/2005

    Teppich und der Depp ich!

    Wer in der Türkei Urlaub macht bekommt es unweigerlich mit Teppichen zu tun. Die Türken haben eine so unaufdringliche Art ihre Teppiche an den Mann oder die Frau und von mir auch an Beide bringen zu wollen. Wir schlendern durch Antalya und wundern uns in einem Stadtteil über die vielen Teppiche die so über Balkonbrüstungen herabhängen und noch sonderbarer finden wir das Teppiche sogar auf den Gehwegen und der Straße herumliegen. Passanten laufen darüber hinweg und auch Autos  halten vor den Teppichen nicht an.

    Ein seriös in Grau gekleideter Herr bemerkt unser Erstaunen und fragt uns im akzentfreien deutsch ob wir aus Deutschland wären. Als wir bejahen und er uns nach der Stadt fragt und wir Dresden nennen, erklärt er uns dass er viele Jahre in Dresden an der TU studiert hätte, Er lud uns zu einer Tasse Tee in sein Office ein. Die Wände dort sind über und über mit Teppichen behangen und viele Teppiche liegen zusammengerollt im Raum umher. Ich ahne schon nichts Gutes. Er erklärte uns warum die Leute die Teppiche auf die Balkonbrüstung oder auf die Straße legen, sie sollen von Wind und Wetter gebleicht werden, denn dann würden sie alt aussehen und sich besser verkaufen lassen weil antike Teppiche besser bezahlt werden als neue. Wir unterhielten uns über dies und das und seiner Zeit in Dresden. Dann lenkte er meine Aufmerksamkeit auf einen sehr schönen Teppich in seinem Raum und fragte mich ob mir der Teppich gefiele, er gefiel mir in der Tat und nun kam was kommen musste. Es wäre zwar ein altes Familienandenken, aber wenn ich soviel Freude an diesen Teppich hätte würde er ihn mir preiswert überlassen. Ich wehrte ab, dass ich nicht soviel Geld bei mir hätte. Macht nichts, ich nehme auch Kreditkarte. Hab ich nicht bei mir log ich. Nun dann gebe ich ihnen eine Rechnung und Sie bezahlen dann zu Hause. Na ich weis doch nicht wie ich den nach Hause bekomme. Wieso er wird doch mit der Post geschickt. Mmmh ich will Ihnen ja nichts Böses unterstellen aber ein Angestellter verwechselt ihn und sie schicken einen anderen. Nein, nein das kommt nicht vor. Machen sie an einer Stelle unauffällig ein Zeichen, Sie können daheim prüfen ob es der Ihre ist. Bedenken Sie dass so ein Teppich eine Wertanlage ist und im Laufe der Jahre immer wertvoller wird. Wer garantiert mir denn dass dieser Teppich echt und tatsächlich Handarbeit ist. Na ich gebe Ihnen ein Echtheitszertifikat mit amtlichem Sigel. Die Schlinge zog sich immer enger um mich! Bis meine Frau abrupt aufstand und laut sagte: Geben Sie sich keine Mühe, wir brauchen keinen Teppich. Mein Mann lässt sich womöglich noch von Ihnen einwickeln. Komm jetzt! Sagte sie zu mir. Darauf hin sagte er: Na hören Sie wenn Männer verhandeln haben Frauen den Mund zu halten. Sie machen ja Ihren Mann zum Depp. Mein verzweifelter Versuch nicht als Depp zu gelten wurde von meiner Holden unterbunden in dem sie mich unterhakte und mit sanfter Gewalt aus dem Geschäft hinaus führte. Dabei sagte sie, die türkischen Frauen lassen sich das gefallen aber in Deutschland haben die Frauen das Sagen.

     

    Counter latschten über die Teppiche

    11/7/2005

    Hódmezővásárhelykutasipuszta

    Wer kennt nicht dieses Dorf in Ungarn welches ins Deutsche übersetzt Biberfeldmarktplatzbrunnenheide heist. Berühmt wurde dieser Ort durch den Film „Ich denke oft an Piroska“  mit Liselotte Pulver in der Hauptrolle der 1955 ein  großer Kinoerfolg wurde. Gibt es diesen Ort wirklich dessen Name gar nicht so unaussprechlich ist ˈhoːdmɛzøːvaːʃaːrhɛjkutaʃipuszta ? Ja es gibt ihn! Mit meiner Frau unternahm ich einmal eine Reise durch die ungarische Tiefebene teils mit den Zug und teils zu Fuß, nur mit unseren Habseligkeiten im Rucksack und dabei haben wir nach diesem Ort gefragt und sind dann  auch in jenem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Hódmezővásárhely gewesen. Warum ich darauf komme? Unlängst lief  im Fernsehen eine Serie von Filmen mit Lieselotte Pulver und da wurde unter anderen oben genannter Film gespielt. Passende Musik habe ich für diese Notiz auch ausgesucht: Die Lerche.

     

    8/31/2005

    Trau einer den Frauen!

    Am ersten Tag bei einen Bummel in Calla de Millor auf Mallorca kam mir auf der Promenade eine sehr rassige Frau entgegen und sah mich mit strahlenden Lächeln an. Mein Gott dachte ich, was gibt es hier für schöne Frauen. Mit Grandezza überreichte sie mir zu meiner Überraschung eine rote Nelke. Nanu, dachte ich mir, sollte sie es auf mich alten Krauter abgesehen haben, vermutlich ist es aber ein Werbegag einer Blumenhandlung oder sowas.
    Sie redete auf spanisch oder war es mallorqinisch auf mich ein. Ich verstand kein Wort. Wollte sie mich etwa in ein verruchtes Etablissiment locken? Auf einmal kam eine weitere Schönheit auf mich zu und machte die berühmte Bewegung zwischen Daumen und Zeigefinger und sagte: "Geben armen Mädchen ein wenig Geld!" Als ich mein Portmonee zückte, wollte sie mit gierigen Händen hineingreifen. Ich entzog es ihr schnell und schwuppdiwupp wurde mir die Nelke aus der Hand gerissen und die Beiden liefen laut schimpfend weiter. Meine Frau, die beim Betrachten eines Schaufensters etwas zurückgeblieben war, hatte die ganze Szene beobachtet und kam nun langsam näher und sagte: "Das kann nur dir alten Esel passieren!" Ja wer den Schaden hat spottet jeder Beschreibung. Aber eigentlich hatte ich ja keinen Schaden erlitten, sondern eine heilsame Lektion erhalten, nämlich schau einer schönen Frau nicht zu tief in den Ausschnitt äh in die Augen.
    Abends bei der Besprechung mit dem Reisebürovertreter wurde unter anderen auch folgendes von ihm ausgesagt:

     
    Eine weit verbreitete Urlauberabzocke lauert in Form der sehr nett wirkenden Nelkenmädchen . Während Sie damit beschäftigt sind, ein paar Münzen für die Blumen rauszusuchen, werden Sie von einer anderen Person unauffällig bestohlen. Lassen Sie sich daher am besten gar nicht auf ein Gespräch ein und achten Sie auf Ihre Wertsachen!  Voller Stolz kann ich jedenfalls sagen: Ich bin wohl der Einzige der auf sie beinahe hereingefallen wäre, alle anderen, die  ich bisher dazu gesprochen habe, hattten es schon immer gewusst und sich nie und nimmer ansprechen lassen.