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5/8/2006 Die Lösung aller sozialen Probleme - Schüleruniformen!Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat am Wochenende eine Einheitskleidung an deutschen Schulen vorgeschlagen, um soziale Probleme zu bekämpfen und die Integration zu fördern.
Das Thema der Einheitskleidung von Schülern wurde doch vor Jahren schon einmal diskutiert und man war doch zu dem Ergebnis gekommen dass selbst bei gutem Willen die angestrebten Lösungen in keiner Weise gelöst werden. Im Gegenteil man kam zu dem Schluss dass sich die Probleme sogar noch eher verschärfen könnten. Um so mehr muss es befremden, dass diese Wunderwaffe von der Frau Zypries wieder hervorgeholt wurde. Ich möchte nicht generell das Tragen einer Einheitskleidung verteufeln. Für ein Schulorchester oder eine Schulmannschaft ist so eine Kleidung durchaus angebracht, auch sollte es im Ermessen einer Schule in Absprache mit den Eltern und Schülern erlaubt sein ihre Zusammengehörigkeit durch einen Einheitsdress zu zeigen., aber der Staat sollte sich hüten derartiges vorzuschreiben. Der Zwang zur Pionier- und FDJ-Kleidung der DDR lässt ansonsten grüßen 8/13/2005 Tante Elly und die Mauer.Eigentlich war die Tante Elly eine Cousine meiner Mutter und ich damit ihr Kleincousin, ich sagte aber auf Grund des Altersunterschiedes Tante zu ihr. Tante Elly war Kaltmamsell im Restaurant Nordpol in Halle. Nach ihrer Scheidung war sie vor einigen Jahren aus der Bundesrepublik nach Halle, ihrer Geburtsstadt, zurückgekommen und lebte bei ihrer Mutter. Am 6. August 1961 sagte sie zu mir, dass es ihr nicht mehr in Halle gefiele, und Mutter hin oder her, sie sich wieder nach drüben verziehen werde. Ich meinte zu ihr, dass sie sich da beeilen müsse, denn über kurz oder lang wird eine Mauer um Berlin gebaut. Ach das geht doch gar nicht und außerdem hätte doch Walter Ulbricht gesagt dass keine Mauer gebaut würde.
Warts nicht ab, ich habe mich immer gefragt, wie man denn Westberlin eingrenzen kann, die Lösung, eine Mauer zu bauen hat jetzt Ulbricht gesagt, wenn er auch das Gegenteil behauptet. Eine Woche später, am 13. August wurde mit der Einmauerung von Westberlin begonnen, eine Einmauerung, so paradox es klingt, eine Einmauerung der DDR-Bürger war. Tante Elly brachte den Rest ihres Lebens in Halle zu, den Fall der Mauer hat sie nicht mehr erlebt.
Das Jahr 1961 war gekennzeichnet durch beispielslose Hetze gegen die Bundesrepublik, besonders weil die Flucht von Menschen aus der DDR drastisch zugenommen hatte. Das Berlin-Ultimatum der Sowjetunion hatte zu einer Verschärfung des kalten Krieges geführt. Im Jahr 1961 deuteten alles daraufhin, dass die Grenze zur BRD und die nach Westberlin bald dicht gemacht würde. Anfang Juni 1961 trafen sich Kennedy und Chrustschow in Wien und sie mögen dort über den Bau der Mauer diskutiert haben. Die Zusicherung, dass die Rechte der Alliierten über den freien Zugang zu und von Westberlin nicht gefährdet sind, haben die Zustimmung der Amerikaner erwirkt. Sie haben auch keinen ernsthaften Versuch unternommen den Mauerbau zu verhindern, hatten sie doch nur einige Panzer an die Demarkationslinie gefahren. Am 26. Juni 1963 rief zwar J. F. Kennedy aus Ich bin ein Berliner aber mehr als eine Geste an die West- und Ostberliner war es nicht. Noch im Jahr 1989 wollte Erich Honecker der Bevölkerung der DDR einreden dass die Mauer noch hundert Jahre und länger Bestand haben wird. Einige Zeit später fiel die Mauer, am 9. November 1989, nach über 28 Jahren.
7/29/2005 Löst die Erhöhung der Mehrwertsteuer die FinanzmisereDie hohen Steuern sind nicht die Ursache für die schlechte Wirtschaft sondern umgedreht. Deshalb wird der Vorschlag an der Steuerschraube zu drehen grundsätzlich nichts aber auch gar nichts bewirken. Es rettet die Wirtschaft dieses Staates nicht wenn eine Perlenkette mit 25 Prozent und die Aspirintablette nur mit 6 Prozent besteuert wird. Was von den Parteien insgesamt vorgeschlagen wird ist nur ein hilfloses herumdoktern an den Symptomen und nicht an den Ursachen. Die ganze Krise in der sich Deutschland und viele Ländern auch befinden hat ihre Ursache im kapitalistischen System . Es ist der Kapitalismus, diesem ist immanent das zyklische Krisen auftreten hervorgerufen durch die dem Konkurenzkampf bedingte Überproduktion. Absatzrückgang, Entlassungen, Arbeitslosigkeit, dadurch erhöhte Sozialausgaben des Staates, die aus Steuern und Abgaben finanziert werden müssen, die für immer mehr durch immer weniger erbracht werden müssen. Die Globalisierung, im Klartext der Imperialismus, verschärft das ganze noch, zur zyklischen Krise kommt nun die permanente Krise. Der Imperialismus bewirkt, das die nationalen Staaten zugrunde gehen und Gebilde entstehen die sich optimaler beherrschen lassen (EU). Wer sich dieser Entwicklung widersetzt (Schurkenstaaten), wie beispielsweise Jugoslawien oder aktuell Irak, wird entweder wirtschaftlich oder durch Krieg dazu gezwungen und zum Vassallenstaat gemacht.
7/18/2005 Der 17. Juni 1953Als 14-jähriger habe ich in Halle an der Saale diesen Tag miterlebt. Ich hatte gerade die mündliche Prüfung im Fach Geschichte abgelegt. Die Frage die ich gezogen und beantworten musste lautete: Warum war die bürgerlich demokratische Revolution von 1848 zum Scheitern verurteilt? Ein Schüler kam ins Prüfungszimmer ganz aufgeregt mit der Meldung hereingestürzt, es wird gestreikt, es wird gestreikt! Damit waren für diesen Tag alle Prüfungen erledigt. Einige Schüler warfen Bilder mt Stalin und Ulbricht zum Fenster hinaus. Wir Schüler gingen von der Schule auf die Stalinallee wo ein endloser Zug von Demonstranten mit Fahnen und Transparenten entlangzog. Große LKWs, ohne Aufbauten, mit Arbeitern des Waggonbau Ammendorf fuhren in der Kolonne. Die Demonstranten skandierten in Sprechchören Spitzbart, Bauch und Brille ist nicht des Volkes Wille (Ulbricht, Pieck und Grotewohl waren damit gemeint). Immer wieder wurde das Lied Brüder zur Sonne zur Freiheit und das Deutschlandlied gesungen. In der Stalinallee befand sich das Gebäude der vor knapp einen Jahr gegründeten Gesellschaft für Sport und Technik (GST) und dem Dienst für Deutschland der gerade erst ins Leben gerufen worden war und deren Angehörige schwarze Uniformen trugen. Das Tor wurde mit Hilfe eines Lasters gewaltsam geöffnet und die Massen stürmten das Gebäude und warfen Gipsköpfe, Fahnen und Mobilar auf die Straße. Einige verängstigte Angehörige des Dienst für Deutschland verliesen das Gebäude und machten sich eilig davon. Am Thälmannplatz wurden die Bilder von Stalin, Ulbricht und Pieck von den Häuserwänden entfernt und unter die jubelnde Menge geworfen. Als man auch das Bild von Thälmann entfernen wollte riefen die Massen Thälmann bleibt oben, Thälmann bleibt oben. Am Hansaring befand sich das Untersuchungsgefängnis von Halle. Auf die Forderung alle pollitischen Gefangen zu entlassen wurde nicht reagiert so dass diese Haftanstalt gestürmt und die Gefangenen auf freien Fuß gesetzt wurden, sicher waren da auch manche Kriminelle dabei, was später als Vorwand für die harte Abrechnung mit vielen Demonstranten diente. Beim Roten Ochsen, dem Zuchthaus am Kirchtor, ging das mit der Befreiung nicht so einfach von statten, denn es wurde vom Wachpersonal scharf geschossen. Wir flüchteten in nahegelgene Häuser wo die Demonstranten von den Bewohnern hereingelassen wurden. Bei den Marsch auf die Bezirksleitung der SED am Steintor hatten sich die Genossen im oberen Stockwerk verschanzt und einige versuchten mit den Demonstranten zu diskutieren. Ihnen wurde der Bonbon (Parteiabzeichen) abgenommen und unter die wütende Menge geworfen. Gipsköpfe von Stalin und Lenin wurden zum Fenster hinausgeworfen, ebenfalls jede Menge Parteiliteratur und Akten, leider auch Schreibmaschinen und Möbel. Die Fahne der Sowjetunion wurde zerissen, nicht aber die Schwarz-Rot-Goldene-Fahne der DDR, damals noch ohne Emblem. Der Demonstrationszug bewegte sich danach weiter in die Willy-Lohrmann-Straße, den Sitz der Landesregierung Sachsen-Anhalts, oder was davon noch übrig war, denn seit 1952 wurde das Land in zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt und durch jeweils einen Rat des Bezirkes verwaltet. Hier hielt sich die Zerstörungswut in Grenzen obwohl auch hier Propagandamaterial, Fahnen und Gipsköpfe der "führenden Repräsentanten" zum Fenster hinausgeworfen wurden. Weiter ging es zum Marktplatz, dort hatten sich Angehörige der Kasernierten Volkspolizei positioniert mit Karabiner im Anschlag. Arbeiter appelierten an die Waffenträger nicht auf Arbeiter zu schießen den sie stammen doch selbst aus Arbeiterkreisen und würden doch wohl ihre Klasse nicht verraten. Sichtlich bewegt gaben einige ihre Waffen ab, die sofort durch Herausnahme der Patronen und Zerstörung der Zündschlösser unwirksam gemacht wurden. Die so Entwaffneten reihten sich in den Demonstrationszug mit ein. Plötzlich hörte ich Schüsse und sah einen Trupp der Kasernierten Volkspolizei der den Zug der Protestierenden durch Warnschüsse in die Luft den Weitermarsch in die Große Ulrichstraße verwehrte. Ein Offizier in der neuen olivgrünen Uniform, dei meisten trugen noch dunkelblaue, erklärte, falls man weitermarschieren wolle würde scharf geschossen. Trotz eindringlicher Appelle wollte er den Weg nicht freigeben. Dieses Risiko, erschossen zu werden wollte niemand eingehen und so ging es am Händeldenkmal, dem man einen Spitzbart und eine Brille angeklebt und das Schild auf den Bauch trug Spitzbart ...
Auf zur ersten freien Kundgebung auf den Hallmarkt wurde jetzt als Losung ausgegeben und mehrere Tausend Demonstranten machten sich auf den Weg. Auf der dort befindlichen Tribüne hatten sich schon einige Mitglieder des Streikkomitees und einige Redner postiert als plötzlich russische Panzer im hohen Tempo angefahren kamen und über den Hallmarkt kreuz und quer fuhren so dass sich niemand mehr auf dem Platz aufhalten konnte. Durch Lautsprecher und Flugblätter wurde der Ausnahmezustand verkündet, der am nächsten Tag durch nächtliche Ausgangssperre und Versammlungsverbot verschärft wurde. Die "faschistischen Horden" wurden aufgefordert den Platz zu verlassen. Bei Zusammenrottung ab drei Personen wird ohne Warnung von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Unter den Gesang des Deutschlandliedes und einer überdimensionalen Schwarz-Rot-Goldenen-Fahne zogen die Demonstranten mit den Gefühl einen kleinen Sieg errungen zu haben davon. Einige Stunden später forderte der Ausnahmezustand ihr erstes Opfer, eine Verkäuferin aus einem Warenhaus, welches nicht am Streik beteiligt war, stellte sich zu zwei Kolleginnen auf dem Marktplatz hinzu, ohne dass sie von der Warnung wusste, als vom Dach eines anderen Warenhauses das Feuer auf sie eröffnet wurde und sie im Kugelhagel tödllich getroffen zusamenbrach. Es sollte nicht das einzige Todesopfer gewesen sein. |
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